From Der Zauberberg

"»Da haben Sie es, meine Herren!« rief Settembrini. »Da haben Sie es!« Und er sprach vom »Worte«, vom Kultus des Wortes, der Eloquenz, die er den Triumph der Menschlichkeit nannte. Denn das Wort sei die Ehre des Menschen, und nur dieses mache das Leben menschenwürdig. Nicht nur der Humanismus, – Humanität überhaupt, alle Menschenwürde, Menschenachtung und menschliche Selbstachtung sei untrennbar mit dem Worte, mit Literatur verbunden – (»Siehst du wohl,« sagte Hans Castorp später zu seinem Vetter, »siehst du wohl, daß es in der Literatur auf die schönen Worte ankommt? Ich habe es gleich gemerkt.«), – und so sei auch die Politik mit ihr verbunden, oder vielmehr: sie gehe hervor aus dem Bündnis, der Einheit von Humanität und Literatur, denn das schöne Wort erzeuge die schöne Tat. »Sie hatten in Ihrem Lande,« sagte Settembrini, »vor zweihundert Jahren einen Dichter, einen prächtigen alten Plauderer, der großes Gewicht auf eine schöne Handschrift legte, weil er meinte, daß eine solche zum schönen Stile führe. Er hätte ein wenig weiter gehen sollen und sagen, daß ein schöner Stil zu schönen Handlungen führe.«" (from "Der Zauberberg: Roman (Thomas Mann, Große kommentierte Frankfurter Ausgabe. Werke, Briefe, Tagebücher) (German Edition)" by Thomas Mann, Prof. Dr. Michael Neumann)

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